Seit etwa 15 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Obstbaumschnitt und habe mich in der Zeit oft weitergebildet, u.a. eine Ausbildung zum Obstbaumwart gemacht und treffe mich regelmäßig mit Kollegen zwecks fachlichem Austausch.

 

Die von mir bevorzugten Schnittmethoden sind der Öschbergschnitt, und der Schlankschnitt, sowie die Kroneneinkürzung auf Zugast. Diese Methoden kann ich jedermann verständlich machen, und bringen eine klare Zielvorgabe mit sich, an der ich mich gerne messen lasse.

 

 

Oeschbergerziehung:

Der Öschbergschnitt wurde in der Schweiz entwickelt zur Produktion von Tafelobst am Obsthochstamm.

Die Ziele die man mit dieser bestimmten Schnittform erreichen will sind folgende:

Hohe Kronenstabilität, -wenig Bruchgefahr.

Leichte Beerntbarkeit.

Möglichst wenig Schnittaufwand.

Gute Obstqualität.

 

Der Öschbergschnitt nimmt besonders Rücksicht auf die naturgegebenen Wachstumsgesetze der Obstgehölze, wodurch man einen deutlich reduzierten Schnittaufwand, im Vergleich zu anderen Schnittmethoden erreicht.

 

Dennoch ist der Öschbergschnitt eine sehr strenge und sture Art der Baumerziehung. Wenn Bäume lange Zeit ohne Schnitt gewachsen sind, dann ist eine Umstellung auf das Öschbergsystem oft schwierig, und manchmal gar nicht mehr möglich.

In diesem Fall wende ich den Schlankschnitt an.

 

schlank geschnittene Mirabellen- Bäume

 hier ein Link zu einem super Artikel über den Schlankschnitt:

Vor jedem Obstbaumschnitt ist es sehr wichtig, für sich, sehr klar, ein realistisches Ziel zu bestimmen dass man mit dem Schnitt erreichen möchte.

 

Die häufigsten Pflegeziele sind:

- Erziehung einer zweckmäßigen, stabilen, langlebigen, leicht beerntbaren Krone (bei Jungbäumen)

- Die Belichtungsverhältnisse im Baum so zu verändern, dass auch wieder die unteren, vorher überbauten Kronenbereiche belichtet sind. man spricht dabei von einer Auslichtung

- damit verbunden ist oft das Wiederherstellen der Beerntbarkeit.

- ein Wiederhervorrufen eines starken Austriebs, zur Verjüngung und Revitalisierung des Baumes, -das ist allerdings eher selten ein Schnittziel. 

 

- Reduzieren von Bruchgefahr.

hier fotos von einer Kronenumstellung auf das Öschbergsystem:

Meine vorgehensweise bei Altbäumen ist meistens nocheinmal anders, hier einen Schlankschnitt konsequent durchzuziehen bedeutet meist einen zu großen Eingriff. Generell bevorzuge ich eher moderate Eingriffe, oft über mehrere Jahre verteilt.Ich versuche selten den Habitus des Baumes stark zu verändern. Oft ist das Pflegeziel bei Altbäumen die Behebung von Bruchgefahr. In den aller meisten Fällen geht es dabei darum Leitäste moderat auf "Zugast" einzukürzen, und "überbauende" Starkäste im oberen Kronenbereich zu entfernen

 

hier einige Beispiele:

besonders empfehlen kann ich die Lektüre des Buches:

"Naturgemäße Kronenpflege am Obsthochstamm"

von Hans-Thomas Bosch

meiner Meinung nach das aktuell beste Buch zum Thema Obstbaumschnitt auf dem Markt, besonders wertvoll wegen der vielen Bilderserien, die vom Autor geschnittene Bäume über viele Jahre hinweg zeigen.

hier der Link:

weitere vorher nachher Bilder von Altbäumen: